Hundemantel_TierschutzChemnitz

Daunenanorak für Fiffi und Rex- muss das sein?

„Der stammt doch vom Wolf ab! Der braucht keine Klamotten, wenn es mal ein paar Grad kälter wird!“

Diese Phrase kennen die meisten, die bei den ersten kalten Temperaturen ihren Dackel im Daunenoverall spazieren führen und kontern:

„Tierquälerei ist das, den Hund bei Eiseskälte frieren zu lassen!“

Und ja, ganz Unrecht haben beide nicht!

Wo Husky „Max“ fröhlich durch den Pulverschnee tollt, während seinem Herrchen längst Hände und Zehen abgefroren sind und beim Laufen in den Socken klirren, da dürfte jedem klar sein: Der Durchschnittshusky braucht offenbar keinen Schutzanzug! Wie die meisen gesunden großen Hunde, welche im Winter ein dichtes und wärmendes Unterfell ausbilden, ist auch der Husky von Natur aus bestens geschützt! Stammt ja auch vom Wolf ab- und das sieht man!

Aber was ist mit Yorkydame „Lille“, Mops „Emma“ oder Windspiel „Pille“, unter Umständen nur wenige Kilo schwer und kaum noch zu sehen, wenn 10 cm Neuschnee gefallen sind?

Unterfell haben sie quasi keines und Bock auf Minusgrade und Schneematsch sowieso nicht. Und der Wolf? Den sieht man ihnen nun auch nicht gerade an! Und ja, diese Vierbeiner brauchen häufig tatsächlich einen hundefreundlichen Schneeanzug, um im Winter nicht vor die Hunde zu gehen… Auch wenn Max‘ Besitzer darüber nur müde Lächeln kann.

Hier spielen viele Faktoren eine Rolle. Zum einen die Größe der Hunde: kleine und sehr kleine Hunde schleifen im Winter mit dem Bauch beinahe ständig im Schnee- hier sind Blasenentzündungen, besonders bei den Mädels, vorprorammiert. Außerdem verlieren sehr schlanke, kleine Hunde ohne ausreichend Unterwolle auch viel Wärme über ihre Hautoberfläche und frieren dann.

So geht es mitunter aber auch manchen großen Hunden. Viele Boxer zum Beispiel sind echte Sensibelchen wenn es nass und kalt ist.

Und dann spielt natürlich auch die körperliche Verfassung unserer Vierbeiner eine Rolle. Der gesunde, erwachsene Schäferhundmix braucht sicher seltener einen Wetterschutz, als ein Welpe, der seine Temperatur noch nicht so selbstverständlich halten kann und dessen Bauch noch ziemlich nackig ist, oder der Hundeopi mit 14 Jahren, der vielleicht aufgrund einer Stoffwechselkrankheit schon ziemlich kahl um die Lenden ist oder mit einem schwachen Herz oder einem Nierenleiden kämpft.

Und wer kennt seine Fellnase letztlich am besten? Das sind wohl sicherlich die Besitzer. Und die meisten Tierhalter können durchaus einschätzen, ob nun ein Jäckchen angebracht ist oder nicht. Ob nun unbedingt Strasssteine oder Swarovskikristalle dran kleben müssen, am Winterkleid, dass muss wohl letztlich jeder selbst entscheiden- einen funktionellen Mehrwert haben sie allerdings nicht- dann vielleicht lieber Reflektorstreifen!

Mehr zum Thema „Hundeklamotte“ könnt ihr übrigens nachlesen unter tierfreunde.com , wo es außerdem noch eine ganze Reihe anderer, nützlicher Tips und Artikel rund um die Tierhaltung gibt.