Hitze

Der Hitzetod lauert nicht nur im Auto… Was im Hochsommer zu beachten ist…

Es ist ein Ausnahmesommer. Seit Tagen klettert das Thermometer immer wieder über die 30 Grad Marke und auch in den nächsten Wochen soll das heiße Wetter anhalten.

Für die meisten Tiere sind die Temperaturen aber eine Belastung, daher gibt es einige Dinge zu beachten, um es unseren Fellnasen ein bisschen zu erleichtern.

Hunde und Katzen:

Bei steigenden Temperaturen und zunehmender Sonneneinstrahlung sollten Hunde- und Katzenhalter ihre Gefährten besonders genau beobachten, um eventuelle Veränderungen im Verhalten sofort feststellen und entsprechend schnell reagieren zu können.

Auch Tiere können auf unbehaarten Stellen einen Sonnenbrand bekommen, deshalb sollten sie nicht zu kurz geschoren werden. In Sonderfällen (nach Absprache mit dem Tierarzt) kann sogar das Aufbringen von Sonnenschutz bei empfindlichen Nasen angezeigt sein.

Ausreichend Trinkwasser muss den Tieren immer zur Verfügung stehen, wobei darauf zu achten ist, den Wassernapf immer wieder heiß auszuspülen, damit sich kein Biofilm bildet.

Ideal ist es, wenn die Mitbewohner auf vier Pfoten selbst entscheiden können, wann sie in der Wohnung, im Keller, auf dem Balkon oder im Garten ein kühles Plätzchen aufsuchen, an dem für sie angenehme Temperaturen herrschen. Auch Katzen, die keinen Zugang ins Freie haben, sollte in der Wohnung oder im Haus ein kühler Platz zur Verfügung stehen.

Spaziergänge und sportliche Betätigungen mit dem Hund sollten in die Morgen- und Abendstunden verlegt werden, wenn die Temperaturen gemäßigter sind. Andernfalls können – vor allem bei älteren Tieren – Kreislaufprobleme auftreten. Junge Hund unterschätzen ihre körperlichen Möglichkeiten häufig und wollen auch bei heißen Temperaturen oft rumtoben und Bällchen spielen- hier muss der Besitzer zu viel Übermut dringend unterbinden, denn auch Hunde in der Blüte ihres Lebens können sich übernehmen und einen Kreislaufzusammenbruch erleiden.

Das Auto kann für Hunde (UND NATÜRLICH AUCH FÜR ALLE ANDEREN INSASSEN!!) zur tödlichen Falle werden: Sauerstoffmangel, Übelkeit, Kreislaufprobleme und Kreislaufversagen führen im schlimmsten Fall zum Tod. Bei 30 Grad Außentemperatur heizt sich ein Auo binnen kürzester Zeit auf weit über 40 Grad auf. Wer ein Tier oder einen Menschen bei Hitze im Auto zurücklässt, handelt absolut verantwortungslos. Es reicht nicht aus, den Wagen im Schatten abzustellen.

Im Gegensatz zum Menschen können sich Hunde und Katzen nicht durch Schwitzen über die Haut Kühlung verschaffen und sind deshalb gegenüber Hitze sehr empfindlich. Auch Kinder und Babys haben wegen der kleineren Körperoberfläche Probleme, zumal sie in der Regel im Kindersitz sitzen und somit etwa die Hälfte der Körperoberfläche keine Wärme abgeben kann!

Passanten, die ein Tier oder einen Menschen in Not bemerken, sollten umgehend die Polizei oder auch die Feuerwehr informieren, um das Fahrzeug öffnen zu lassen, falls der Fahrzeughalter oder Fahrer nicht schnell genug gefunden werden kann. Allerdings muss nachweislich nach ihnen gesucht werden. Die Feuerwehr hat per Gesetz nicht die gleiche Befugnis das Auto zu öffnen wie die Polizei.

Hund Autoim Hochsommer sollte kein Lebewesen im parkenden Auto zurückgelassen werden!

Pferde, Rinder, Schafe:

Rinder, Schafe und Pferde, die auf der Weide gehalten werden, benötigen einen tierschutzgerechten Witterungsschutz. Dieser kann aus natürlichen Gegebenheiten wie Hecken und Bäumen und/oder künstlichen Einrichtungen bestehen. Natürliche Schutzmöglichkeiten müssen ganztägig und ganzjährig, insbesondere bei intensiver Sonneneinstrahlung, jeder Windrichtung und bei Regen ihre Funktion erfüllen. Als künstliche Schutzvorrichtungen sind etwa Windschutzwände und zwei- bis dreiseitig zur Hauptwetterseite hin geschlossene, überdachte Unterstände geeignet. Frisches Wasser muss selbstverständlich immer zur Verfügung stehen.

Das Arbeiten mit dem Pferd sollte bei diesen Temperaturen immer auf die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden. Das Training sollte zudem moderat ausfallen.

Turniere, verbunden mit Transport und Anstrengung in der größten Tageshitze, sollte man seinem GEFÄHRTEN zu Liebe ausfallen lassen!

PferdHitzebei hochsommerlichen Temperaturen muss sich jeder Reiter genau überlegen, wieviel er seinem Pferd zumuten kann…

Meerschweinchen, Ziervögel, Fische:

Bei allen Tieren, die in Käfigen leben und der Sonne nicht ausweichen können, muss der Halter entsprechende Vorsorge treffen. Wichtig ist, dass der Käfig nie in der prallen Sonne steht. Besonders Meerschweinchen und Ziervögel bekommen sehr schnell Kreislaufprobleme. Auch eine warme Dachgeschosswohnung kann die Tiere bereits zu stark belasten!

Wer morgens aus dem Haus geht, sollte bedenken, dass sich der Sonnenstand im Laufe des Tages ändert: Wo morgens noch kühler Schatten ist, herrscht nachmittags womöglich glühende Hitze. Ein frischer Wind bringt zwar ein wenig Abkühlung, doch sollten Käfige niemals im Durchzug stehen.

Wenn den Vögeln ein Badehäuschen zur Verfügung gestellt wird, sollte man darauf achten, das Wasser häufig zu wechseln. Vögel, die keine Badehäuschen nutzen, können vorsichtig mit Wasser besprüht werden.

Das Wasser im Aquarium kann sich für die Insassen lebensbedrohlich aufheizen. Notfalls sollte vorsichtig kaltes Wasser nachgefüllt werden, um das Schlimmste zu verhindern. Bei Teichen sollte gegebenenfalls mittels Kompressor und Frischwasserzulauf die Sauerstoffversorgung gesichert werden.

Alle Tiere, die in Freigehegen leben, müssen die Möglichkeit haben, sich in den kühlen Schatten zurückzuziehen. Zusätzlich können Schatten spendende Häuschen, kühle Steinplatten oder feuchte Handtücher, die über das Gehege gelegt werden, helfen. Da bei Hitze viel Wasser verdunstet und die Tiere mehr trinken, sollte man dieses regelmäßig kontrollieren. Kaninchen, die die Möglichkeit zum Buddeln haben, können sich in den entstandenen Mulden abkühlen; manche Ratten lieben ein Wasserbad in einer flachen Schale.

MeerschweinchenHitzekörperliche Aktivitäten sollten nicht in der Mittagshitze stattfinden…

Wer die Vorsichtsmaßnahmen beherzigt, kann auch bei südländischen Temperaturen den Sommer unbesorgt genießen!

Quelle: Deutscher Tierschutzbund