Ein Stück Heimat erhalten

Seit kurzem beherbergt das Tierheim 7 Hühner – 1 Hahn und 6 Hennen – der Rasse „Sachsenhuhn“. Damit beteiligen wir uns am Erhalt dieser Ende des 19. Jahrhunderts im Erzgebirge erzüchteten, robusten, an die rauen Bedingungen des Mittelgebirges angepassten Hühnerrassen. Im Jahr 2016 gab es in ganz Deutschland noch 44 Züchter des Sachsenhuhns mit 81 Hähnen und 334 Hennen in 4 Farbschlägen (weiß, schwarz, gelb und gesperbert). Im Tierheim werden jetzt gesperberte Sachsenhühner gehalten. Auf Grund des geringen Bestandes an Zuchttieren fand sich das Sachsenhuhn, diese mittelgroße, kräftig gebaute Hühnerrasse im gleichen Jahr auf der „Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen“ wieder. Endlich 2020 fanden sich engagierte Geflügelhalter aus Sachsen, unterstützt durch den Freistaat, zu einer Rettungsaktion zusammen. Die große Resonanz auf das Vorhaben läßt hoffen, dass damit eine besonders für den kleinbäuerlichen Betrieb bestens geeignete Hühnerrasse erhalten werden kann. Das Sachsenhuhn ist gekennzeichnet durch kleine, einfache Stehkämme beider Geschlechter, kurze Kehllappen und kleine, weiße Ohrscheiben. Der Hahn wird 2,5-3,0 kg schwer, die Henne ist etwas leichter. Im ersten Jahr legt es bis zu 180 hellgelbe bis hellbraune Eier von mindestens 55 g . In den Folgejahren geht die Legeleistung um etwa ein Drittel zurück. Damit kann das Sachsenhuhn mit den Turborassen der Intensivproduktion nicht mithalten. Allerdings ist es diesen Rassen in Bezug auf Gesundheit und Futterverwertung weit überlegen, nicht wählerisch, genügsam, unkompliziert, verträglich mit anderen Tieren und wird schnell zutraulich – eben typisch sächsisch!