Episoden aus 30 Jahren Tierschutzverein Chemnitz

1. Wie es begann

Unmittelbar nach der Grenzöffnung im Herbst 1989 nahmen drei Tierfreunde aus damals noch Karl-Marx-Stadt unabhängig voneinander Kontakt zum Deutschen Tierschutzbund in Bonn auf. Schon wenige Tage später erhielten sie Post vom damaligen Geschäftsführer des Tierschutzbundes (DTB), Wofgang Apel. Sie enthielt ihre Adressen zur gegenseitigen Kontaktaufnahme, denn bis dahin kannten sie sich nicht, obwohl sie nur wenige Straßenzüge entfernt voneinander wohnten. Datenschutz und Handys waren noch Fremdwörter! Und die Post enthielt ein ganzes Paket von Informationen zur Gründung eines Tierschutzvereins.

So fand die Gruppe, gesteuert aus dem fernen Bonn, zu einem ersten Treffen zusammen. Als Ergebnis erschien ein winziger Artikel, eher eine kurze Randnotiz, in der „Freien Presse“, verbunden mit der Einladung zu einem Diskussionsabend zur beabsichtigten Gründung einer Tierschutzorganisation in das damalige Schulbiologiezentrum Leipziger Straße (heute Botanischer Garten).

Zu einer Zeit, da fast täglich im Stadtgebiet Großdemonstrationen, Kirchenabende und Saaldiskussionen liefen, rechneten die Organisatoren nur mit einer handvoll Interessierter für das Thema Tierschutz. Doch weit gefehlt! Der Versammlungsraum fasste die über 30 erschienen Personen gerade so. Unter den Anwesenden waren Tierfreunde aus der ganzen Region, neben Chemnitz auch aus Zschopau, Burgstädt, Annaberg, Flöha, Mittweida usw. Auch Vertreter mehrerer Parteien und Bürgerinitiativen waren darunter. Dominiert wurde der Abend von der Diskussion über die Frage nach der künftigen Organisationsform. ‚Verein oder Arbeitsgruppe in einer Partei?‘ lautete die Frage. Die übergroße Mehrheit der anwesenden Tierfreunde entschied sich für die Gründung eines Vereins, unabhängig und frei von politischen Anbindungen, einzig dem Wohl der Tiere verpflichtet.

Das Feld für die Gründung eines Tierschutzvereins war bestellt!

Und demnächst: 2. Tierschutzverein Chemnitz u.U. e.V. – Anwalt der Tiere