Meerschweinräude_tierschutzChemnitz

kranke Meerschweinchen einfach im Wald ausgesetzt

Diese Woche bekamen wir zwei Meerschweinchen in einem jämmerlichen Zustand. Sie wurden im Wald gefunden, offensichtlich ausgesetzt.

Der Grund: beide Schweinis haben einen schweren Räudemilbenbefall und sind den Besitzern offenbar lästig (vielleicht zu eklig oder zu teuer?) geworden.

Räudemilben kommen bei Meerschweinchen ab und an vor und lassen sich in der Regel gut behandeln. Die Krankheit verläuft unbehandelt chronisch. Die Milben siedeln sich in der Haut an und verursachen furchtbaren Juckreiz.

In Folge dessen kratzen sich die Meerschweinchen unentwegt- spätestens jetzt müsste es den Besitzern auffallen, dass etwas nicht stimmt und der Gang zum Tierarzt würde schnell und kostengünstig Abhilfe schaffen.

Wird das Tierleid einfach ignoriert, so wie in diesem Falle, kratzen sich die Tiere zunehmend blutig, es bildet sich Schorf, die Haut entzündet sich, wird dick und krustig und schuppt stark, das Fell geht aus. Der Leidensdruck ist enorm!

Die beiden Schweinis wurden in diesem Zustand einfach ausgesetzt- das ist natürlich ein Todesurteil und absolut verantwortungslos!

NEBENBEI:

Das Aussetzen von Haustieren ist kein Kavaliersdelikt!

Laut Tierschutzgesetz ist es verboten, ein in Obhut des Menschen gehaltenes Tier auszusetzen oder es zurückzulassen, um sich seiner zu entledigen oder sich der Halter- oder Betreuerpflicht zu entziehen. Dabei ist es unerheblich, ob dadurch eine konkrete oder abstrakte Gefahrenlage für das Tier entsteht. Das Aussetzen ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einer hohen Geldbuße bestraft werden.

Wenn man sich in einer Lebenssituation befindet, in der man sein Tier nicht mehr adäquat versorgen kann, besteht immer die Möglichkeit einer Abgabe im Tierheim, wo das Tier vorübergehend untergebracht und an einen neuen Besitzer vermittelt werden kann.

Die beiden Meerschweinchen müssen nun langwierig behandelt werden- es kann Monate dauern, bis sich die kaputte Haut wieder weitgehend normalisiert hat.

Hoffentlich schaffen es die zwei!