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Straße ist grausam. Kastration harmlos.

Allein in Deutschland leben rund zwei Millionen Katzen auf der Straße, in Hinterhöfen oder in stillgelegten Industriegebäuden. Diese Katzen sind meist sehr scheu und führen tagein, taugaus einen harten Kampf ums Überleben – im Verborgenen. Alle Straßenkatzen, auch genannt frei lebende Katzen, stammen ursprünglich von Hauskatzen ab, die nicht kastriert wurden.

Daher ist es wichtig, dass jeder seine eigene Katze kastrieren lässt – vor allem wenn diese Zugang ins Freie hat. Denn nur so kann die dramatische Anzahl der Katzen ohne ein liebevolles Zuhause langfristig reduziert werden.

Quelle: Dt. Tierschutzbund

Auch wir haben in diesem Jahr wieder eine Gruppe Maikätzchen. 4 von ihnen wurden mit ca. 7-8 Wochen einfach ausgesetzt und glücklicherweise gefunden und zu uns gebracht. Noch ein paar Wochen und die Kleinen sind bereit auszuziehen.

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Beim nächsten 3er Pack wird es schon schwieriger. 2 der 3 jungen Welpen sind Menschen gegenüber noch recht skeptisch. In diesem Fall waren die Elterntiere an Menschen gewöhnt, allerdings bevorzugen die Mütter der Gruppe eher keinen Menschenkontakt, welcher über die Fütterung hinausgeht. Hier ist viel Arbeit gefragt, die skeptischen Zwerge zu überzeugen, dass der Kontakt zu den Menschen durchaus angenehm sein kann.

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Bei unseren Kleinsten Welpen stehen die Karten weniger gut. Mit ca. 6 Wochen kamen sie ohne Mutter zu uns, absolut wild, Menschen kannten sie bisher nicht und da die wertvollste Prägungszeit bereits hinter den Kleinen liegt wird es auch schwierig werden die Kätzchen noch handzahm zu bekommen.

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Gerade im letzten Fall wird ersichtlich, wo das Problem liegt. Wenn halbzahme oder wilde Katzen ihren Nachwuchs gut versteckt vor den Menschen zur Welt bringen und aufziehen, hat man mit 8-10 Wochen kaum noch eine Chance an die Welpen heran zu kommen, da diese wild bleiben. Die aber haben es besonders schwer auf der Straße zu überleben- egal ob in der Stadt oder auf dem Dorf. Es ist kaum möglich sie einzufangen und zu kastrieren, außer sie werden krank und sind geschwächt. Viele sterben bereits im ersten Lebensjahr an Katzenkrankheiten und sind voll von Parasiten. Genau diese Katzen sind es aber, die weiterhin regelmäßig Nachwuchs bekommen. Solche Katzen können nachträglich auch nicht handzahm gemacht werden, daher bleiben sie in der Regel zeitlebens in der freien Wildbahn.

Die Stadt Chemnitz bietet im Rahmen eines Kastrationsprogrammes die Möglichkeit, dass wilde Katzen kostenfrei in teilnehmenden Tierarztpraxen und auch über das Tierheim kastriert und gechipt werden können und anschließend wieder an Ort und Stelle frei gelassen werden.

Hier kommen nun die Menschen ins Spiel, die wilde Katzen versorgen und zumindestens einen Hauch Zugang zu ihren Schützlingen haben. Wenn die Möglichkeit besteht, die Tiere einzufangen und in eine Box oder Katzenfalle zu verbringen, können die Tiere in die entsprechenden Einrichtungen gebracht werden um dort behandelt (kastriert) zu werden. Den Bürger kostet dies (im Falle wild lebender Tiere) nichts. Dennoch sollte eine vorherige Absprache mit dem jeweiligen Tierarzt/ Tierheim getroffen werden.

Und auch für alle Freigänger mit Besitzern gilt: Lasst eure Vierbeiner kastrieren und mittels Chip registrieren!