Post von den Wildlingen

Sehr geehrte Tierheim-Mitarbeiter,

heute möchte ich mich endlich mal mit positiven Neuigkeiten melden und Ihnen auf diesem Weg danken, dass sie die beiden Findelkinder aufgenommen und kastriert haben, denn die Kastrationskosten hätte ich nicht tragen können.

Im Spätherbst hatte eine Freundin in einer Gartenanlage 2 wilde Kätzchen gefunden, die wir mit einer Marderfalle eingefangen und zusammen bei Ihnen abgegeben haben. Da die beiden sich so gar nicht anfassen ließen, wollten Sie sie nach der Kastration wieder aussetzen. Da ich den Gedanken nicht ertragen konnte, habe ich die zwei zu mir geholt in der Absicht, sie hier bei uns in der Erdbeersiedlung auszusetzten, damit wenigstens jemand weiß, dass sie sich hier rumtreiben und sich um sie kümmern kann.

Da zu der Zeit das Wetter nicht gerade einladend war, habe ich es dann aber doch nicht übers Herz gebracht, die zwei nach draußen auszusetzen. Und dann habe ich mit ganz viel Geduld und mit wenig Hoffnung, dass sie sich jemals anfassen lassen immer wieder die Annäherung versucht. Es hat lange gedauert, bis sie sich überhaupt streicheln ließen. Aber nach etwa 2 Monaten brach dann das Eis. Ich durfte sie beim Fressen streicheln.

Als das gut klappte, durften sie dann aus ihrem „Isolationszimmer“ ins ganze Haus, wo sich damals noch 7 andere Katzen aufhielten. Von da an ging alles eigentlich ziemlich zügig. Sie wurden von Tag zu Tag zutraulicher.

Mit den anderen Katzen gab es überhaupt keine Probleme, weil die beiden zu allen absolut freundlich waren. Sogar mit unserem stets schlecht gelaunten Hauspascha Krümel schmusen sie ohne dass er sie anfaucht. Inzwischen haben sie auch zum Hund Vertrauen und laufen auch schon mal unter seinem Bauch durch, wenn er im Weg steht.

Seit Mai gehen sie nun auch nach draußen. Damit haben sie sich ziemlich schwer getan. Vielleicht hatten sie Angst, dass sie wieder ausgesetzt werden. Sie kommen auch super, wenn man sie ruft.

Die Miez – Grigiolina (kleine Graue) – ist total verschmust und lässt sich problemlos auf den Arm nehmen. Der Kater ist beim Hochnehmen noch ein wenig unsicher. Aber er genießt ansonsten auch jegliche Streicheleinheit. Im Bett schlafen sie mittlerweile auch mit (wenn die anderen Katzen noch irgendwo ein Plätzchen für sie lassen).

Ich habe es nicht bereut, dass ich sie aufgenommen habe.